Kräuterführungen im Ruhrgebiet

Kräutertour de Ruhr


Natur
Tonnenweise frische Nüsse liegen jetzt kostenlos im Gras
26.09.2016 | 08:00 Uhr, waz Bochum
Tonnenweise frische Nüsse liegen jetzt kostenlos im Gras
Ein ganzer Korb war in wenigen Minuten voller Nüsse: Ursula Stratmann unter einem Baum an der Heinrich-König-Straße in Weitmar.
Bochum.   Der Baum „Türkische Hasel“ wirft zurzeit seine schmackhaften Früchte ab. „Kräuterfachfrau“ Ursula Strafmann empfiehlt, einfach zuzugreifen.
Im Überfluss liegen in diesen Tagen und Wochen schmackhafte Lebensmittel auf der Straße – und jeder darf zugreifen. Es geht um die „Türkische Hasel“, auch Baumhasel genannt oder „Corylus colurna“. Tonnenweise liegen sie im September und Oktober an zahlreichen Straßen im Bochumer Stadtgebiet auf dem Rasen oder Gehweg und unter den Bäumen. Es braucht nur einen Nussknacker – und schon liegt die Frucht essfertig auf der Hand. „Die Nüsse sehen zwar genau wie Haselnüsse aus, schmecken aber viel besser, etwas mehr nach Sonnenblumenkernen“, sagt Ursula Stratmann.
„100 Kilo unter einem Baum“
Die Diplom-Biologin, Medizinisch-technische Assistentin (MTA), Umweltberaterin und „Kräuterfachfrau“ sammelte am vorigen Freitag unter rund zehn Bäumen an der Heinrich-König-Straße in Weitmar, etwa in Höhe Hausnummer 30. In wenigen Minuten war ihr ganzer Korb voll. „Man muss einfach nur im Laub wühlen, dann liegt hier alles komfortabel im Gras“, sagte sie der WAZ. „Hier liegen 100 Kilo unter einem Baum.“
Die Türkische Hasel hat eine pyramidenartige Form.
Die Bäume, die ursprünglich aus den Regionen zwischen der Türkei und dem Himalaya stammen, stehen auf städtischem Grundstück. Die Stadt habe die „Türkische Hasel“ gepflanzt, weil sie „so schön pyramidenförmig wächst“, erklärt Ursula Stratmann. Manchmal würden diese Bäume drei oder vier Jahre keine Früchte hervorbringen, dann aber käme ein Mastjahr: „Dann werfen sie kiloweise runter.“ Von einem dicken büscheligen Blütenstand fallen sie einfach ab.

Hierzulande ist diese kostenlose Nussfrucht offenbar nicht sehr bekannt. Wie Ursula Stratmann sagt, sehe sie vor allem türkischstämmige Menschen beim Aufsammeln der Nüsse. Man könne sie für den Nusskuchen verwenden, fürs Müsli oder „einfach so knabbern“.
Kräutertouren werden angeboten
In büscheligen Blütenständen wachsen die Nüsse. Man sollte jetzt ernten, sagt Ursula Stratmann, denn bald falle zu viel Laub, das die Nüsse verstecke. Foto: Ingo Otto
Die Kräuterfachfrau bietet regelmäßig auch „Kräutertouren“ an. In ihrem Kombi wimmelt es deshalb nur so vor Kräutern und anderen lupenreinen Produkten der Natur. Da liegen zum Beispiel Kastanien, aus denen sie Waschmittel macht. Da liegen Hopfenzapfen, aus denen sie Schlaftee macht. Und da liegen Springkrautsamen: „Das kommt auf den Salat.“ In einem weiteren Gefäß hat die Naturkennerin Brennnesselsamen. Ein Esslöffel pro Tag übers Müsli sei „eine wunderbare Eisenquelle“. Im Übrigen sei die Brennnessel ein Aphrodisiakum.

„Man kann so viel essen, was man nicht kennt“, erklärt Ursula Stratmann und nennt zum Beispiel die Blüten von Dahlien, Nelken und Rosen. Die Blüten von Eisbegonien würden sogar „wie Zitronendrops“ schmecken.
Weitere Baumhaseln

An diesen Straßen stehen weitere städtische Baumhaseln: Adolfstraße, Am Chursbusch, Am Kortländer, Breddestraße, Goldhammer Straße, Günnigfelder Straße, Heckertstraße, Holzstraße, Karl-Arnold-Straße, Lewacker Straße, Normannenstraße, Schmechtingstraße, Thingstraße und Wilhelm-Leithe-Weg.

Ursula Stratmann ist auch Autorin. Sie verfasste z.B. das Buch „Kräuter Tour de Ruhr“, darin sind auch Touren in Bochum.

Am 2. Oktober (15 bis 17 Uhr) führt sie eine „Kräuter-Tour“ ab Gräfin-Imma-Straße 212 an der Stiepeler Dorfkirche. Kosten: 20 Euro pro Person.

Bernd Kiesewetter

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